Spielkartenfabrik Andreas Benedikt Göbl (Q10069)
Notizen
- Nachtrag 2026-08-16 (WZ-Los). Nach Martins Entscheid WZ1a beginnt dieses Item nicht mit der Werkstatt von 1748, sondern mit der Fortführung: das Gründungsjahr steht jetzt auf 1786 und gegründet von zeigt auf die Witwe Q4837 Maria Anna Göbl — ein handwerklicher Kartenmacher gründet keine Firma, die Firma entsteht in dem Moment, in dem jemand anderes seinen Namen benutzt. Die Jahre 1748–1786 gehören damit vollständig der Person Q3499. Neu hier: die Spiele mit Datum nach 1786 (WZ1 — der Hersteller folgt der Firmierung auf den Karten, nicht dem Betreiber), sowie die Betreiber über im Eigentum von (Witwe 1786–1807, Cajetan I. 1807–1812). Kaplans Fenster „1750–1792" bleibt als Attestierung des Namens stehen (Entscheid E2/P2), obwohl es vor die Gründung zurückreicht. Weiterhin offen: Michael Riederer als Pächter — Pacht ist kein Eigentum, dafür ist im Eigentum von (P115) die falsche Beziehung.
Redaktionsnotiz (Los G4, 2026-08-11): warum es dieses Item gibt
Der Name „Andreas Benedikt Göbl" bezeichnet zwei verschiedene Dinge: einen Menschen (1714/15 – 2.7.1786, Q3499) und ein Firmenschild, das ihn um Jahrzehnte überlebte. Schultz/Büchler dokumentieren die Kette: die Witwe Maria Anna führt den Betrieb „bis 1807"; ihr Sohn übernimmt ihn im Mai/Juni 1807 und zeichnet laut der Anzeige in der Baierischen National-Zeitung vom 18. Juni 1807 als „Andre Benedikt Göbl junior, Karten-Fabrikant"; nach dessen Verschollenheit im Rußlandfeldzug wird die Fabrik verpachtet, ab 1816 an Michael Riederer, der 1818 selbst inseriert, er habe sie übernommen „und selbe unter dieser Firma fortsetze" (GÖBL. Kartenmacher in München, Studien zur Spielkarte 35, 2015, S. 1–2).
Dieses Item trägt deshalb genau die Belege, die keiner einzelnen Person zuzuordnen sind — Kaplans Fenster „1750–1792" (sechs Jahre über Göbls Sterbejahr hinaus) und den Eintrag Kat.-Nr. 90 aus Sylvia Manns Katalog. Es ist kein zweiter Mensch: einen „A. B. Göbl junior" als eigene Person zu erfinden wäre genau der Fehler, den Kochbuch Rezept 22 beschreibt.
Die Betreiber selbst haben eigene Items und sind untereinander über Vorgänger/Nachfolger verbunden: Q3499 → Q4837 Maria Anna (1786–1807) → Q4754 Cajetan I. (1807–1812) → Q4755 Andreas d. J. (Konzessionskauf 1832). Michael Riederer als Pächter fehlt noch — für „Pächter" hat das Datenmodell heute keine Beziehung, und `Vorgänger`/`Nachfolger` wäre die falsche: die Konzession ging 1832 von Cajetans Witwe an den Sohn, nicht vom Pächter.
Spiele
| Name | Abbildung | Blatt | Typ/Muster | Erscheinung | Stempel |
|---|---|---|---|---|---|
| Höfisches Vierjahreszeiten-Spiel (Andreas Benedictus Göbl, München, um 1800) (Q8982) | deutsches Blatt | 1795-1805 | |||
| Spiel mit Tierkreiszeichen (Nachfolger Andreas Benedikt Göbl d. Ä., München, ab ca. 1790) (Q9008) | französisches Blatt | 1790 | |||
| Spiel mit Tierkreiszeichen (Nachfolger Andreas Benedikt Göbl d. Ä., München, Druckvorlage vor 1799) (Q9004) | französisches Blatt | 1787-1799 | |||
| Tarot de Besançon (Andreas Benedictus Göbl, München, um 1790) (Q9026) | italienisches Blatt | Tarot de Besançon | 1785-1795 |