Terminologie und Datenmodell

Aus Spielkarten-Wiki
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Terminologie und Datenmodell

Diese Seite ist die Landkarte des Wikis: Sie erklärt in Alltagssprache, aus welchen Bausteinen ein Spielkarten-Eintrag besteht und wie sie zusammenhängen — als Einstieg, bevor man in die Daten eintaucht.

Der häufigste Stolperstein zuerst: Bei Spielkarten werden Blatt, Bild und Spielart gern in einen Topf geworfen. Das Wiki hält sie bewusst als fünf getrennte Merkmale auseinander.

Die fünf Merkmale eines Spiels

Ein Kartenspiel wird über fünf Merkmale beschrieben — die ersten vier voneinander unabhängig, das Motiv als gestalterisches Thema quer dazu. Sie auseinanderzuhalten ist der Kern dieser Seite: schon Hausler warnt, dass das Wort „Blatt“ unglücklich mehrdeutig ist (mal die Kartenfarbe Grün, mal die Kartenhand, mal die Kartenzahl) — gemeint ist als Merkmal das Farbsystem.

Merkmal meint (nach Hausler) Beispiele im Wiki
Blatt (Farbsystem) Das Farbsystem eines Kartensatzes: die Gruppe der vier zusammengehörigen Farben (deutsch, französisch, italienisch, schweizer …). Es legt fest, welche Farben und welche Hofkarten ein Spiel hat. deutsches Blatt, französisches Blatt, italienisches Blatt
Farbe Eine einzelne Farbe innerhalb des Farbsystems — eine Gruppe zusammengehöriger Karten, benannt nach ihrem Farbzeichen. Kreuz (Treff), Pik, Herz, Karo (französisch); Eichel, Grün (= Laub/Gras), Herz, Schellen (deutsch); Becher, Münze, Schwert, Stab (italienisch)
Bild Das standardisierte Aussehen eines Kartensatzes — Figuren, Farbzeichen, Ausschmückung, Form und Größe der Karten; meist mit regionalem Bezug. Wiener Bild, Bayerisches Bild
Kartentyp (Spielart) Die Spiel- bzw. Packungsfamilie, für die ein Kartensatz gemacht ist (Tarock-, Trappola-, Whist-Pack, Wahrsagekarten, Lehrkarten, außereuropäische Spielkarten oder Mehrzweck-Standardkarten) — nicht das einzelne Spiel. Schnaps, Tarock, Trappola, Whist, Wahrsagekarten, Standardkarten, Lehrkarten, Außereuropäische Spielkarten
Motiv (Thema) Das gestalterische Thema einer Serie — das Sujet, das (vor allem beim Tarock) systematisch auf die Trümpfe gelegt wird. Eine eigene Tagging-Achse, quer zu Blatt, Bild und Spielart. Tier-, Veduten-, Mythologie-, Werbe-Motiv (Industrie und Glück zählt dagegen als Bild, s. u.)

Die Kernunterscheidung: „Tarock ist eine Spielart, kein Blatt“

Tarock ist eine Spielart (ein Kartentyp), kein Farbsystem. Ein Tarockspiel kann ein französisches oder ein italienisches Blatt haben — die Trumpf- und Sküs-Struktur gehört zur Spielart, nicht zum Farbsystem. Wer „Tarock“ unter „Blatt“ einsortiert, sucht am falschen Merkmal.

Und zwei Feinheiten, die oft durcheinandergeraten:

  • Bild ist nicht Spielart: Das Wiener Bild meint das Aussehen der Karten (ein eigenes Merkmal), nicht die Spielfamilie.
  • Motiv ist nicht Bild: Ein anerkanntes, standardisiertes Court-Muster (etwa Industrie und Glück) führt das Wiki als Bild; das frei gewählte Sujet auf den Trümpfen (Tiere, Veduten, Werbung) dagegen als Motiv/Thema — eine eigene Achse quer zu allen anderen.

Die bekannten Werte je Merkmal — Farbsysteme, Bilder, Spielfamilien und Tarock-Motive — stehen unten unter „Bekannte Kombinationen“. Diese Liste ist redaktionell gepflegt (Quellen: Hausler, Alscher), bewusst unvollständig und wächst von Hand.

Bekannte Kombinationen

Welche Werte je Merkmal sind belegt — und welche treten zusammen auf? Quellen: Hausler, „Trommler und Pfeiffer"; Alscher, „Tarock — mein einziges Vergnügen"; ergänzt um französische Standardbilder sowie Radau/Himmelheber, „Spielkarten" (Kataloge des Bayerischen Nationalmuseums Bd. 21, 1991). Redaktionell gepflegt und bewusst unvollständig — leere Felder = nicht (sicher) bekannt; bitte von Hand ergänzen. Der Generator rührt diesen Abschnitt nicht an.

Kartentyp (Spielart) Blatt (Farbsystem) Bild Anzahl Karten Entstehung (ca.) Kennzeichen
Standardkarten deutsch Augsburger Bild 48 um 1450 ältestes bayerisches Standardbild; Gras-Ober mit Dudelsack
Standardkarten deutsch Frühes Altbayerisches Bild 36 um 1650 Übergang zum 36-Blatt; Gras-Ober Trommel, -Unter Querflöte
Standardkarten deutsch Spätes Altbayerisches Bild 36 um 1750 erstmals bebilderte Dausen; Könige mit Thronschild
Standardkarten deutsch Bayerisches Bild 36 um 1810 Herz-König-Thronschild = Herstellerangabe
Standardkarten deutsch Bayerisches Isarkreis-Bild 36 um 1820 Typ „Sultan" vs. Typ „Kaiser" (Gras-König)
Standardkarten deutsch Bayerisches Bild aus Stralsund 36 um 1885 norddeutsche Produktion in Fantasiekleidung
Standardkarten deutsch Salzburger Bild 36 seit 1850 Bayerisches Bild + Isarkreis „Kaiser"; Schellen-6 → WELI
Standardkarten deutsch Bayerisches Bild in Tirol 36 um 1860 Konglomerat wie Salzburger; Herz-König mit Anker
Standardkarten deutsch Älteres Tiroler Bild 36 um 1790 „Vogel Selbsterkenntnis"; Eichel-Ober/Unter unbewaffnet
Standardkarten deutsch Jüngeres Tiroler Bild 36 um 1850 bäuerliche Daus-Motive; Schellen-6 = WELI
Standardkarten deutsch Regensburger Bild 36 um 1730 Eichel-Daus Löwe mit zwei Schilden + Hersteller-Initialen
Standardkarten deutsch Böhmisches Bild 32 seit 1800 alle Könige mit Turban; Holzschnitt-Anmutung
Standardkarten deutsch Nürnberger Adlerkarte 36 um 1800 Wappen-Könige; Gras-König Reichswappen (Doppeladler)
Standardkarten deutsch Fränkisches Bild 36 um 1840 Herz Ober/Unter mit Hellebarden; „Verkehrte Welt"
Standardkarten deutsch Bayerisch-Schwäbisches Bild 36 um 1850 ohne Thronschild; Häuser/Brücken auf den Zahlenkarten
Standardkarten deutsch Bayerisches Soldatenbild 36 um 1830 uniformierte Ober/Unter; soldatische Zahlenkarten
Standardkarten deutsch Altbayerisches Bild in Polen/Russland 36 um 1790 Export-/Lizenzform; ab 1840 russische Eigenproduktion
Standardkarten deutsch Ansbacher Bild 36 um 1600 Einfachbild; sitzender Löwe auf Eichel-Daus mit Herstellername; aus dem Ulm-Münchner Bild; im Ansbach-Nürnberger Raum bis 1945
Gaigel / Sechsundsechzig deutsch Wallersteiner Bild 24 um 1830 Doppelbild; Name von Himmelheber eingeführt; Pfeife rauchender Laub-Unter mit Kegelkugel; bis um 1880 in Bayern
Standardkarten deutsch Sächsisches Bild (Schwerterkarte) Laub-Daus mit sächsischem Wappen; Vorbild des Brünner Bildes
Standardkarten deutsch Brünner Bild um 1885 mährische Variante des sächsischen Bildes; mährisches Wappen auf Laub-Daus, einige Figuren seitenverkehrt
Standardkarten deutsch Lemberger Bild (Mohren-/Polnische Nationalkarte) 36 19. Jh. Mohren-Motive auf Zahlen- und Bildkarten; bis heute in Polen gebräuchlich
Standardkarten französisch Wiener Bild 19. Jh. biedermeierlicher Stil; Könige mit Bügelkronen (Piatnik)
Standardkarten französisch Berliner Bild (= Preußisches Bild) um 1830 doppelköpfig; Könige mit Zepter; heute Turnierskat-Standard
Standardkarten französisch Französisches Bild (Pariser Bild) Mitte 17. Jh. Figurennamen (David/Judith/Hector); 1813 „Portrait Officiel"
Standardkarten französisch Anglo-Amerikanisches Bild 19. Jh. große Eck-Indizes; „Selbstmord-König"; einäugige Buben
Standardkarten französisch Altenburger Bild Ende 19. Jh. verwandt mit Berliner Bild; „Inbegriff" der Skatkarte
Standardkarten französisch Turnier-Bild (Vierfarbenblatt) 2002 Kreuz grün / Karo blau gegen Verwechslung (DSV)
Standardkarten französisch Norddeutsches Bild (Schwerterbild) 18. Jh. einköpfig; große Schwerter; vom Berliner Bild verdrängt
Standardkarten französisch Rheinisches Bild Mitte 19. Jh. farbenfrohe Renaissance-Kostüme; Damen mit Blumen
Standardkarten französisch Lyoner Bild 52 um 1780 großflächige, raumfüllende Figuren; Herz-König mit Schriftstück; über die Schweiz nach Süddeutschland; Vorläufer des Wiener Bildes
Binokel/Gaigel französisch Württembergisches Bild (Württembergisch-Pfälzisches Bild) 24/48 um 1860–1875 württembergisch-pfälzisches Spieldeck, oft mit Aufdruck „Binokel"/„Gaigel" (Gaigel 24, Binokel 48 = doppeltes 24-Blatt); aus dem Cego (verkürztes Tarock mit frz. Farben) entstanden, daher Unter als Reiter
Standardkarten italienisch Triester Bild 52 um 1885 Doppelbild; Bildkarten im Mittelsteg beschriftet, Einsen mit Versen; Wiener Produktion (Nejedly) für Triest
Tarock französisch Industrie und Glück 54 ~1824 österreichisches Standard-Tarock, Doppelbild
Tarock italienisch Tarot de Marseille 78 Urform, römisch nummerierte Trümpfe
Tarock italienisch Tarot de Besançon Jupiter/Juno statt Papst/Päpstin (dt. Raum/Schweiz)
Tarock italienisch Belgisches Bacchus-Tarock Papst/Päpstin ersetzt durch Bacchus + Capitano Fracasse
Tarock italienisch Tarocco Piemontese 78 heutiges italienisches Tarock, Doppelbild
Tarock italienisch Tarocchino Bolognese 62 vier Mori statt Papi
Tarock italienisch-portug. Minchiate 97 Florenz; 40 Trümpfe
Tarock portugiesisch Tarocco Siciliano 63/64 Papst/Päpstin ersetzt
Tarock italienisch Schweizer Tarock 1JJ Weiterentwicklung des Besançon (Jupiter/Juno = 1JJ)
Trappola italienisch 36 As/König/Reiter/Bube/10/9/8/7/2
Whist französisch 52
Piquet französisch 32 7er aufwärts
L’Hombre spanisch 40
Cego französisch um 1860–1875 badisch-württembergische, verkürzte Tarock-Form mit französischen Farben; prägte das Württembergische Bild (Unter als Reiter)
Schnaps/Schnapsen deutsch (Doppeldeutsch)
Wahrsagekarten (variabel) Karten zum Wahrsagen/Kartenlegen statt zum Spielen (Lenormand-, Aufschlag-/Kartenlegekarten); eigener Pack-Typ
Familienspiele ohne Farbzeichen Quartett, Schwarzer Peter …

Aus Radau/Himmelheber, „Spielkarten" (1991) ergänzt: Ansbacher · Wallersteiner · Sächsisches (Schwerterkarte) · Brünner · Lemberger · Lyoner · Triester Bild sowie das Württembergische Bild (französische Farben, aus dem Cego). — Zur Benennung des süddeutsch-französischen „Frankfurter Bildes" siehe Radau, Das Blatt 69 (2024).

Über diese belegte Auswahl hinaus kennt das Wiki ein deutlich größeres internationales Bild-Korpus aus Sylvia Mann, „Alle Karten auf den Tisch" (1990) — rund siebzig weitere Standardbilder aus ganz Europa (etwa Englisches, Belgisches, Rouener, Hamburger, Schweizer National-, DDR-Bild). Sie sind hier bewusst nicht einzeln aufgeführt, weil zu ihnen oft nur Name und Farbsystem belegt sind; sie stehen aber als eigene Bild-Items im Datenbestand.

Systematische Tarock-Motive (eigenes Merkmal „Thema", v. a. auf die Trümpfe gelegt — Auswahl aus Alscher): Tiertarock · Jagdtarock · Vedutentarock · Mythologietarock · Nationalitätentarock · Berufetarock · Genreszenentarock · Militärtarock (Soldatentarock) · Historientarock · Constitutionstarock · Narrentarock · Touristentarock · Literaturtarock · Theatertarock (Kostümtarock) · Tanztarock · Ornamenttarock · Werbetarock · Jugendstiltarock · Slawisches Tarock.

Farbsysteme und ihre Farben

Farbsystem Farben
deutsch Eichel · Grün (Laub/Gras) · Herz · Schellen
französisch Kreuz (Treff) · Pik · Herz · Karo
italienisch Becher · Münze · Schwert · Stab
spanisch Becher · Münze · Schwert · Stab (Höfe König/Reiter/Bube, ohne Dame)
schweizer Eichel · Schellen · Schilten · Rosen
portugiesisch lateinische Farben (gerade Schwerter); heute nur noch im Tarocco Siciliano

Die übrigen Bausteine

Rund um das Spiel-Item verknüpft das Wiki diese Entitäten:

Hersteller (Person, Familie, Firma)
Wer die Karten gemacht hat. Hersteller bilden Stammbäume: über „Nachfolger“ / „Vorgänger“ hängen Werkstatt-Übergänge zusammen. Beispiel aus Salzburg: Joseph TraunwiserIgnatz Preisinger (Werkstatt-Nachfolge).
Steuersystem und Steuerstempel
Spielkarten waren steuerpflichtig. Ein Steuersystem (z. B. Österr. Stempelpatent 1808) gilt für einen Zeitraum in einem Gebiet; die einzelnen Steuerstempel (z. B. 10 Kr. Wien 1850, gültig 1850–1857, Standort Wien) tragen Ort und Geltungszeit direkt. Weil Stempel datiert sind, sind sie eine Datierungshilfe für Spiele. → Alle Steuersysteme
Historische Geographie (Land, Region, Ort)
Wo ein Hersteller saß — in der historischen Geographie. Orte rollen über „historisch Teil von“ (zeit-datiert) zu Region und Land hoch; eine zweite Schicht „liegt heute in“ verbindet sie mit dem heutigen Staat. Beispiel: Prag lag im Königreich Böhmen und liegt heute in Tschechien. → Historische Geographie
Quelle und Beleg
Aussagen sind möglichst belegt. Über belegt in verweist ein Fakt auf seine Quelle — im DACH-Spielkartenbereich vor allem Wolfgang Altfahrt, mpcia.at. So bleibt nachvollziehbar, woher eine Angabe stammt.

Werbe- und Auftragsspiele

Manche Spiele entstanden nicht zum Verkauf im eigenen Namen, sondern als Werbe- oder Auftragsarbeit: Eine Firma lässt Karten mit ihrem Logo herstellen und verschenkt sie. Dann fallen Hersteller und Auftraggeber auseinander — und das Wiki hält beide getrennt.

Hersteller
wer die Karten tatsächlich gedruckt bzw. gemacht hat (z. B. Modiano, Triest). Ist die Druckerei anonym — häufig bei billiger Auftragsware —, bleibt der Hersteller unbekannt, statt einen erfundenen einzutragen.
Auftraggeber (Kommissionär)
die werbende Firma, deren Logo das Spiel trägt (z. B. Petrol oder der Studentenservice Maribor). Sie hat das Spiel nicht gemacht, nur in Auftrag gegeben.

Woher ein Werbespiel herkommt, richtet sich nach dem Auftraggeber, nicht nach der Druckerei: Ein in China gedrucktes Petrol-Spiel ist ein slowenisches Werbespiel und erscheint unter Slowenien — die Druckerei bleibt eine Notiz am Hersteller. Das Spiel selbst bleibt davon unberührt: Ein Werbe-Tarock ist weiterhin ein Tarock mit seinem Blatt und BildWerbung ist nur sein Motiv.

Datenmodell im Detail

Nach der Begriffsklärung oben hier der vollständige Bausatz: jeder Item-Typ mit allen seinen Angaben. Beim Spiel kommt eine dritte Spalte mit den bekannten Werten (Alias kursiv in Klammern) dazu — sie wird aus den echten Daten erzeugt und beim nächsten Lauf aktualisiert.

Spiel

Das Zentrum des Wikis. Die vier Klassifikations-Achsen (Kartentyp, Blatt, Bild, Thema) sind oben unter »Die fünf Merkmale« erklärt; hier steht der vollständige Bausatz mit allen bekannten Werten.

Angabe Bedeutung Bekannte Werte (Alias in Klammern)
Name Bezeichnung des Eintrags.
Auch bekannt als Andere Namensvarianten und Schreibweisen (Alias).
Hersteller Wer die Karten gemacht hat — inkl. Wissensstand (bekannt / unbekannt-untersucht / zugeschrieben).
Kommissionär Auftraggeber bei Werbe-/Auftragsspielen (dessen Logo das Spiel trägt).
Drucker Druckerei, falls abweichend vom Hersteller.
Kartentyp Spielart bzw. Packungsfamilie (Tarock, Trappola, Whist, Lehrkarten, Außereuropäische Spielkarten …). Außereuropäische Spielkarten · Cego · Cuccù (Cambio, Coucou, Cuccu, Cucu, Cucù, Gambio, Gnau, Gnav, Hexeln, Hexeln/Cucu, Hexenkarten, Hexenspiel, jeu du coucou, Kamfio, Kille, Killekort, Kuckuckspiel, Vogel- oder Hexen-Karte, Vogelspiel) · Familienspiele · Gaigel (Mariage, Sechsundsechzig) · Lehrkarten · L’Hombre · Piquet · Schnaps/Doppeldeutsch · Standardkarten (Gebrauchskarten, Standardblatt) · Tarock (Tarocchi, Tarot) · Trappola · Wahrsagekarten (Aufschlagkarten, Kartenlegekarten, Lenormandkarten) · Whist
Blatt Farbsystem des Kartensatzes. deutsches Blatt · französisches Blatt · italienisches Blatt (lateinisches Blatt, Trappola-Blatt) · portugiesisches Blatt · schweizer Blatt · spanisches Blatt (spanisch-katalanisches Blatt)
Farbe (im Blatt) Die Einzelfarben, die zum Blatt gehören — kein eigenes Spiel-Statement, sondern Teil der Blatt-Struktur. Becher (Coppe, Kelch) · Eichel · Grün (Blatt, Gras, Laub) · Herz (Rot) · Karo · Kreuz (Treff) · Münze (Denar, Denari, Münzen, Scheibe) · Pik · Rosen · Schellen · Schilten · Schwert (Schwerter, Spade) · Stab (Bastoni, Stäbe, Stecken) · andere
Rang (im Blatt) Die Kartenwerte/Ränge im Blatt — ebenfalls Teil der Blatt-Struktur. Acht · Dame (Donna, Königin, Regina) · Daus (Ass) · Drei · Fünf · Joker · König · Neun · Ober (Obermann) · Page (Fante, Fantina, Knabe) · Reiter (Cavalier, Cavall, Cavallo, Reiter, Ritter) · Sechs · Sieben · Unter (Bube, Untermann) · Vier · Zehn · Zwei
Bild Standardisiertes Court-Muster (Wiener Bild …). 139 Werte — vollständige Liste mit Aliasen
Thema Gestalterisches Motiv, v. a. auf Tarock-Trümpfen — eigene Achse quer zu Blatt/Bild/Spielart. Berufetarock (Tarock mit Berufsdarstellungen) · Chinesen-Meeresfabelwesen-Tarock · Constitutionstarock · Erdteil-Tarock · Genreszenentarock · Historientarock (Geschichtstarock) · Jagdtarock · Jugendstiltarock (Art-déco-Tarock) · Kunsttarock · Literaturtarock · Militärtarock (Soldatentarock) · Mythologietarock · Narrentarock · Nationalitätentarock · Ornamenttarock · Slawisches Tarock · Sprichwörtertarock · Tanztarock · Theatertarock (Kostümtarock, Masken-Tarock, Opern-Kostüm-Tarock) · Tiertarock · Touristentarock · Vedutentarock · Volkstrachten · Werbetarock
Bildaufteilung Einfachbild oder Doppelbild — am Spiel genau eines, weil ein Stück nur das eine oder das andere sein kann. Am Kartenbild dürfen beide stehen: dasselbe Kartenbild kam oft in beiden Macharten vor. Dort heißt jeder Wert »bezeugt« — steht nur einer da, ist die andere Machart nicht ausgeschlossen. Doppelbild (Doppelköpfige, zweiköpfig) · Einfachbild (Einköpfige, Ganzbild, einbildrig, ganzbildrig)
Kartenzahl Anzahl der Karten im Spiel.
Maße Höhe × Breite einer Karte (mm).
Vollständigkeit Ob das Stück physisch komplett oder unvollständig ist. komplett · unvollständig
stammt aus Historischer Herkunftsort — die einzige Geo-Achse am Spiel.
Erscheinungszeit Datierung des Spiels (inkl. Unschärfe von–bis).
trägt Stempel Aufgedruckte Steuerstempel — eine Datierungshilfe.
Beschrieben in Literatur, die das Spiel beschreibt (mit Katalog-Nr./Seite).
Sammlung Sammlung, die das Stück verwahrt (mit Inventarnummer).
Quelle Belege für die Angaben.
Bilder Abbildungen (Galerie) des Spiels.
Rechte-Status Bildrechte-Gate: steuert, ob Abbildungen gezeigt werden dürfen.

Kartenbild (Standardbild)

Das standardisierte Aussehen eines Kartensatzes — Salzburger Bild, Wiener Bild, Industrie und Glück. Es ist ein eigener Eintrag mit eigenem Steckbrief: Ein Spiel sagt »ich zeige dieses Kartenbild«, das Kartenbild sagt, woher es kommt und seit wann es das gibt.

Angabe Bedeutung Bekannte Werte (Alias in Klammern)
Name Bezeichnung des Eintrags.
Auch bekannt als Andere Namensvarianten und Schreibweisen (Alias).
Farbsystem Das Blatt, in dem dieses Kartenbild gezeichnet ist — dieselbe Angabe wie am Spiel, hier aber über das Bild selbst. deutsches Blatt · französisches Blatt · italienisches Blatt (lateinisches Blatt, Trappola-Blatt) · portugiesisches Blatt · schweizer Blatt · spanisches Blatt (spanisch-katalanisches Blatt)
Entstehungszeit Wann das Kartenbild entstanden ist. Fast immer unscharf: »1450 (circa)« heißt »ungefähr damals«, »nach 1850« heißt »spätestens ab da nachweisbar, nach oben offen«.
Entstehungsraum Wo es entstanden ist — Ort oder Gebiet. Steht nur dort, wo eine Quelle den Ort wirklich nennt; ein Kartenbild heißt nicht immer nach seinem Entstehungsort. Nicht zu verwechseln mit dem Verbreitungsraum (wo damit gespielt wurde, bleibt Prosa auf der Seite): Das Bayerische Bild aus Stralsund entstand in Stralsund und wurde in Bayern gespielt.
Bildaufteilung (bezeugt) Einfachbild oder Doppelbild. Hier dürfen beide stehen: dasselbe Kartenbild kam oft in beiden Macharten vor. Jeder Wert heißt »bezeugt«: Steht nur Einfachbild da, kann es trotzdem ein Doppelbild gegeben haben — der Eintrag sagt dazu nichts. Doppelbild (Doppelköpfige, zweiköpfig) · Einfachbild (Einköpfige, Ganzbild, einbildrig, ganzbildrig)
IPCS-Blattnummer Die laufende Nummer dieses Kartenbildes bei der International Playing-Card Society (i-p-c-s.org) — und, falls die Gesellschaft das Blatt früher anders benannt hat, seine Alt-Kennung (z. B. »F-1.41«, »XP6«). Beide dürfen nebeneinander stehen.
Bestimmungskarte Die Kartenposition(en), an denen man dieses Kartenbild erkennt — »wo man hinschaut«, nicht »was dort zu sehen ist« (das steht als Text daneben, mit Quellenangabe). Diese Zeile nennt die Primärmerkmale. »Herz-6 oder Eichel-7« heißt: das Merkmal steht auf der einen oder der anderen Karte. Gibt es Fotos aus Spielen mit diesem Kartenbild, zeigt die Seite sie gleich mit. Nicht zu verwechseln mit der vorgeschriebenen Stempelkarte (einer Steuer-Vorschrift) oder der Position eines einzelnen Steuerstempels.
Sekundärmerkmal Eine Kartenposition mit einem ergänzenden Merkmal dieses Kartenbildes. Allein reicht ein Sekundärmerkmal nicht, um das Kartenbild zu bestimmen — erst zusammen mit den Bestimmungskarten.
ist Typ von Manche Kartenbilder sind genauer bestimmte Formen eines anderen: Das Ältere und das Jüngere Tiroler Bild sind beide „Tiroler Bild“, der Münchner und der Stralsunder Typ beide „Bayerisches Bild“. Diese Angabe hält das fest — und die Suche rechnet damit: Wer den Oberbegriff wählt, bekommt auch die Spiele seiner Typen. Auf der Seite stehen sie getrennt: erst die Spiele mit genau diesem Kartenbild, dann die mit einem seiner Typen. In der Literatur heißen solche Typen auch „Varianten“, „Schema“ oder „Untertyp“ — gemeint ist dasselbe. Nicht zu verwechseln mit der Herkunft: das Tiroler Bild stammt vom Altbayerischen ab, aber ein Tiroler Spiel ist deshalb kein altbayerisches.
gehört zur Familie Die Bildfamilie, zu der dieses Kartenbild gehört — eine Gruppe verwandter Kartenbilder, die eine Quelle benennt, etwa Hauslers »Familie der Bayerischen Kartenbilder«. Eine Familie ist selbst kein Kartenbild: Kein Spiel kann sie zeigen, ein Spiel gehört über sein Kartenbild zu ihr. Die Seite der Familie zählt deshalb auch die Spiele mit, deren Kartenbild ein Typ eines Mitglieds ist. Nicht zu verwechseln mit der Abstammung: Die Familie sagt, welche Bilder zusammengehören — welches aus welchem hervorging, ist eine eigene Angabe.
stammt ab von Das Kartenbild — oder das Ereignis, etwa ein Gesetz —, aus dem dieses Kartenbild historisch hervorging. Stehen mehrere da, ging es aus mehreren hervor. »unbekannter Vorfahre« heißt: eine Quelle verlangt einen Vorläufer, den niemand bestimmen kann; »vermutlich« heißt: die Ableitung ist nicht gesichert. Anders als beim Typ gilt über den Vorfahren nichts: Ein Spiel mit diesem Kartenbild ist kein Spiel des Vorfahren und steht nicht auf dessen Seite. Wann die Ableitung geschah, sagt die Entstehungszeit.
Davon abgeleitete Kartenbilder Kein Feld, sondern ein Abschnitt der Seite: die Kartenbilder, die von diesem Kartenbild abstammen — ohne ihre Spiele, denn die zeigen dieses Kartenbild nicht.
Dubletten-Verdacht Kein Feld, sondern ein Kasten oben auf der Seite: Eine Quelle legt nahe, dass dieser Eintrag und ein anderer dasselbe Kartenbild meinen — zwei Einträge für einen Gegenstand. Belegt ist nur der Verdacht, nicht die Gleichheit; entscheiden muss ein Mensch. Solange er offen ist, sollten an keinen der beiden Einträge neue Angaben gehängt werden. Ein geprüfter und verworfener Verdacht bleibt als kurzer Hinweis stehen, damit er nicht wieder vorgeschlagen wird. Im Datenobjekt heißt die Angabe »könnte identisch sein mit«.
Konkordanz Kein Feld, sondern ein Abschnitt der Seite: Wo dieses Kartenbild in der Literatur zu finden ist und unter welcher Nummer es dort geführt wird — IPCS-Blattnummer, Katalognummer, Seitenangabe. Er zeigt nur Werke, aus denen bei uns schon etwas übernommen ist, und ist deshalb keine vollständige Bibliografie.
Woran erkennt man es? Ebenfalls ein Abschnitt der Seite, kein Feld: die Erkennungsmerkmale in Worten, mit Quellenangabe. Wo die Quelle es tut, bleibt ihre Zweiteilung erhalten — Primärmerkmale bestimmen das Bild, Sekundärmerkmale stützen und datieren die Bestimmung. Dieser Text wird nicht automatisch erzeugt; er ist von Hand geschrieben und darf von Hand ergänzt werden.

Bildfamilie

Eine benannte Gruppe verwandter Kartenbilder — so, wie eine Quelle sie nennt, etwa Hauslers »Familie der Bayerischen Kartenbilder«. Sie ist kein Kartenbild und steht deshalb in keinem Spiel; ein Spiel gehört über sein Kartenbild zu ihr. Eine Familie wird nur angelegt, wo eine Quelle sie benennt.

Angabe Bedeutung
Name Bezeichnung des Eintrags.
Auch bekannt als Andere Namensvarianten und Schreibweisen (Alias).
Kartenbilder dieser Familie Kein Feld, sondern ein Abschnitt der Seite: die Kartenbilder, die als Mitglied dieser Familie eingetragen sind. Die Typen eines Mitglieds stehen nicht einzeln darin — sie gehören über ihr übergeordnetes Bild dazu.
Spiele der Familie Ebenfalls ein Abschnitt: alle Spiele, deren Kartenbild ein Mitglied der Familie ist oder ein Typ eines Mitglieds. Jedes Spiel steht einmal da, auch wenn es zwei passende Kartenbilder trägt; die Spalte »Typ/Muster« zeigt, über welches es dazugehört.
Quelle(n) Die Veröffentlichung, die diese Familie benennt, mit Seitenangabe.

Ereignis

Ein historischer Vorgang — ein Gesetz, ein Dekret —, aus dem ein Kartenbild hervorging, etwa eine Vorschrift, die ein Kartenbild verbindlich machte. Ein Ereignis steht in keinem Spiel: Kein Spiel zeigt ein Dekret. Es wird nur angelegt, wo ein Kartenbild von ihm abstammt.

Angabe Bedeutung
Name Bezeichnung des Eintrags.
Auch bekannt als Andere Namensvarianten und Schreibweisen (Alias).
Zeitpunkt Wann das Ereignis stattfand — oft unscharf, genau wie die Entstehungszeit eines Kartenbildes.
Kartenbilder, die von diesem Ereignis abstammen Kein Feld, sondern ein Abschnitt der Seite. Ihre Spiele stehen nicht darin.
Quelle(n) Die Veröffentlichung, die das Ereignis belegt, mit Seitenangabe.

Hersteller (Person, Firma, Werkstatt)

Wer die Karten gemacht hat. Personen tragen Vor-/Nachname, Firmen einen Firmennamen. Über Vorgänger/Nachfolger entstehen Werkstatt-Stammbäume.

Angabe Bedeutung
Name Bezeichnung des Eintrags.
Auch bekannt als Andere Namensvarianten und Schreibweisen (Alias).
Vorname Vorname (bei Personen).
Nachname Nachname (bei Personen).
tätig in Wirkungsort mit Zeitraum — die historische Geographie, in der der Akteur tätig war.
Stammbaum Werkstatt-Genealogie: Vorgänger und Nachfolger (wer die Werkstatt übernahm).
Verwandter Familiäre Verbindung zu einem anderen Akteur.
Geburtsdatum Geburtsjahr (Person).
Sterbedatum Sterbejahr (Person).
Gründungsdatum Gründungsjahr (Firma oder Werkstatt).
Auflösungsdatum Auflösungsjahr (Firma oder Werkstatt).
Referenz-URL Weblink zur Quelle (z. B. die mpcia.at-Seite).
Beschrieben in Literatur, die diesen Akteur beschreibt.
Quelle Belege für die Angaben.
Rechte-Status Bildrechte-Gate.

Steuersystem

Der rechtliche Rahmen einer Spielkartensteuer — gilt für einen Zeitraum in einem Gebiet; einzelne Steuerstempel hängen darunter.

Angabe Bedeutung
Name Bezeichnung des Eintrags.
Auch bekannt als Andere Namensvarianten und Schreibweisen (Alias).
Geltung Von–bis: in welchem Zeitraum das System galt.
Hoheitsträger Staat/Land, der die Steuer erhob.
Teil von Übergeordnetes System, falls verschachtelt.

Steuerstempel

Der einzelne aufgedruckte Stempel. Weil er datiert und verortet ist, ist er eine Datierungshilfe für Spiele.

Angabe Bedeutung
Name Bezeichnung des Eintrags.
Auch bekannt als Andere Namensvarianten und Schreibweisen (Alias).
Teil von Steuersystem oder -stelle, zu dem der Stempel gehört.
Tarifwert Steuerbetrag (z. B. 10 Kreuzer).
Geltung Von–bis: in welchem Zeitraum der Stempel gültig war.
Standort Ort, an dem gestempelt wurde.
Jahreszahl Im Stempel eingeprägte Jahreszahl.
Form-Variante Variante der Stempelform.
Tarif-Kategorie Wörtliche Tarif-Kategorie (historische Schreibweise).
Bildmotiv-Variante Variante des Bildmotivs (Wappentier/Adler …).
Schreibvariante Orthografische Variante der Stempel-Beschriftung.
Stempelfarbe Farbe der Stempeltinte (≠ Kartenfarbe).
Rechte-Status Bildrechte-Gate.
Bilder Stempel-Fotos (Galerie).

Historische Geographie (Land, Region, Ort)

Wo ein Hersteller saß — in der historischen Geographie. Orte rollen über »historisch Teil von« (zeit-datiert) zu Region und Land hoch.

Angabe Bedeutung
Name Bezeichnung des Eintrags.
Auch bekannt als Andere Namensvarianten und Schreibweisen (Alias).
Bestehen Existenz-Dauer eines historischen Landes (von–bis).
historisch Teil von Übergeordnete Region/Land, zeit-datiert.
Wikidata-ID Anker zu Wikidata.
GOV-Kennung Anker zum Geschichtlichen Ortsverzeichnis (GOV).
GeoNames-ID Anker zu GeoNames.

Quelle & Sammlung

Belege und verwahrende Sammlungen. Aussagen sind möglichst belegt; Stücke verweisen auf die Sammlung, in der sie liegen.

Angabe Bedeutung
Name Bezeichnung des Eintrags.
Auch bekannt als Andere Namensvarianten und Schreibweisen (Alias).
Urheber Autor/Herausgeber der Quelle.
Verlag Verlag der Publikation.
Erscheinungsjahr Publikationsjahr.
veröffentlicht in Übergeordneter Container (Reihe/Zeitschrift).
ISBN / ISSN / DOI / GND Normdaten-Anker der Quelle.
Wikidata-ID Anker zu Wikidata.
Seite(n) Fundstelle innerhalb der Quelle.
Sammlung: Art / Stadt / Webseite Bei Sammlungen: Art (Museum/privat), Standort, Webauftritt.

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Stand: 2026-09-13.