Sankt Petersburger Spielkartenfabrik (Q1778)
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Auch bekannt als
Staatliche Spielkartenfabrik Leningrad · Kaiserliche Spielkartenfabrik · G. K. M. · GKM · Leningrader Spielkartenfabrik · Leningrader Farbdruckkombinat · Farbdruckkombinat Sankt Petersburg · Kartenfabrik der kaiserlichen Waisenhäuser · Aleksanders Werkstätten · Sankt Petersburger Kartenfabrik · Kaiserliche Erziehungshaus-Fabrik St. Petersburg · Leningrader Farbdruckerei · Imprenta poligráfica estatal · Industria Poligrafica Estatal · State Printing Works · Spielkartenfabrik St. Petersburg
tätig in
Sankt Petersburg (ab 1817), Hersteller
Gründungsdatum
1817
Beschrieben in
Bücher & Kataloge
- A Catalogue of the Cary Collection of Playing Cards in the Yale University Library vol. 1–4 (1981)
- Playing Cards (1982)
- Segeth: Spielkarten (Battenberg, 1986)
- Playing Cards. 1st Supplement (1988)
- Knüpfer: Spielkarten aus und für Russland (Spielkarten Bd. 14, 2003)
- Knüpfer: Vom Baltikum zum Balkan (Spielkarten Bd. 16, 2004)
Notizen
- Warum dieses Item die ganze Fabrik trägt (Los G9, Braun-Reihe Bd. 14, 2026-08-12): Knüpfer eröffnet seine Firmengeschichte mit „Am 24.10.1817 unweit von St. Petersburg gegründet, stellt sie seitdem alle Arten von Spielkarten her" (S. 14) und schildert danach ausschließlich Namenswechsel — „Aleksanders Werkstätten" (1817–1862) → „Kartenfabrik der kaiserlichen Waisenhäuser" (ab 1862) → „Kaiserliche Spielkartenfabrik" (Petrograd) → „Staatliche Kartenfabrik des Volkskomitees für Finanzen" (ab Januar 1923) → „2. Künstlerisches Lithographisches Werk" (etwa 1937) → „Leningrader Fabrik von Offsetdrucken No. 3" (1950er bis 1. Halbjahr 1968) → „Leningrader Farbdruckkombinat" (ab 2. Halbjahr 1968) → „Farbdruckkombinat Sankt Petersburg" (seit 1993). Ein eigenständiges zweites Unternehmen nennt der Band nirgends; nach Kochbuch Rezept 10 bekommen reine Umbenennungen desselben Betriebs deshalb kein eigenes Item.
- Die Zäsur 1917/1923 ist trotzdem festgehalten, weil sie mehr als eine Umbenennung ist: „Die Kaiserliche Spielkartenfabrik in Petrograd (wie Sankt Petersburg von 1914 - 1924 hieß) wurde nach der Revolution zunächst nicht weiter betrieben. Erst im Januar 1923 begann die Produktion unter der neuen Bezeichnung ‚Staatliche Kartenfabrik des Volkskomitees für Finanzen‘. Gleichzeitig wurde das Staatliche Karten Monopol gegründet." (S. 14) — ein Trägerwechsel von der kaiserlichen Wohltätigkeitsanstalt zum sowjetischen Staat. Wer diesen Übergang als Nachfolge-Kante nach Martins Entscheid vom 12.08. modellieren will, braucht ein zweites Akteur-Item; das wäre eine Mensch-Entscheidung (G9-Bericht Bd. 14, FRAGE-A) und kostet ein Item plus zwei Statements.
- Diese fünf Verdachts-Kanten sind am 12.08.2026 (Los G12) zu Zusammenlegungen geworden: Q4571 „Sankt Petersburger Kartenfabrik“, Q9700 „Kaiserliche Erziehungshaus-Fabrik St. Petersburg“, Q4570 „Leningrader Farbdruckerei“, Q9754 „Imprenta poligráfica estatal“ und Q9766 „State Printing Works“ sind jetzt Weiterleitungen auf dieses Item; ihre Namensformen stehen als Aliase. Tragend waren vier voneinander unabhängige Belege: Cary schreibt den Macher „Fabr. Imperatorskago Vospitatel’nago Doma“ — die Fabrik des Kaiserlichen Erziehungshauses, laut Knüpfer S. 14 Träger genau dieser Fabrik; die Talon-15-Karte „um 1905“ trägt auf Kreuz-Ass den Pelikan des Erziehungshauses; Fournier Ru. 12 nennt zum „State Printing Works“ von 1863 ausdrücklich „training by Paul de la Rue“ — den Werksleiter dieser Fabrik ab 1842 (Q10153); und Braun Bd. 16 S. 76 führt die „Leningrader Farbdruckerei“ als „Kombinat Zwetnoi Petschati, Sankt Petersburg“, den Namen, den Knüpfer S. 15 der Fabrik ab 1968 bzw. 1993 gibt. Ein Gegenbeweis wurde gesucht und nicht gefunden. Die Register führen für Sankt Petersburg zwar weitere Produzenten, aber keine zweite Kartenfabrik: Cary RUS 8 ist ein Geographie-Lehrspiel des Generalstabs (1856) — Lehrspiele nimmt Knüpfer S. 69 ausdrücklich vom Monopol aus —, RUS 9 „J. Hauck“ (um 1840) sind fünf Harlekin-Blätter, RUS 10 „Kummer“ (um 1890) ist ein Rechengerät, und RUS 11 „K. A. P. Shelekhov“ (um 1800, ohne Ort) liegt vor der Monopol-Gründung von 1817. Der einzige weitere Petersburger Kartenhersteller im Bestand ist „RusJoker“ (Q9816, 2006), also nach dem Ende von Monopol und Sowjetunion.
- Was beim Zusammenlegen bewusst NICHT in die Statements übernommen wurde: die Jahresangaben der Kataloge sind Attestierungen, keine Firmenzeiträume (Koordinator-Entscheid E2). Sie stehen deshalb hier statt an „tätig in“: Cary/Keller 1830–1900 · Talon 15/2006 „um 1905“ · Fournier 1982 1863–1928 · Fournier 1988 1971–1987 · Talon 33/2024 ein Spiel von 1974. Der belegte Firmenbeginn bleibt 1817 (Segeth, Knüpfer S. 14). Ebenfalls entfernt: eine unbelegte Station „tätig in Wien“, die aus Q9700 stammte — Cary RUS 6 nennt Wien für den Ko-Produzenten Ferdinand Piatnik & Söhne, nicht für diese Fabrik (Befund G7-F2).