Ludwig von der Osten (Q2857)
Notizen
- Der Stralsunder „Quellen-Widerspruch“ war keiner — Segeths Stammbaum ist am Original gelesen worden (Los I2, 16.08.2026). Die Kanten der Stralsunder Frühlinie stammen aus der ganzseitigen ASS-Stammbaumtafel in Uwe-Volker Segeth, Spielkarten (Battenberg-Sammler-Kataloge, München 1986). Auf dieser Tafel hängt unter dem Kasten „1823 / v. d. Osten“ kein weiterer Kasten: die Stammlinie läuft senkrecht zwischen zwei seitlich stehenden Kästen hindurch in den Kasten „1872 / Verein. Stralsunder Spielkartenfabriken AG / Stralsund“. Die beiden seitlichen Kästen — „1869 / L. Heidborn / Stralsund“ und „1850 / Th. Wegener / Stralsund“ — münden mit je einem eigenen Strich in denselben 1872er Kasten. Die Tafel sagt also: drei Stralsunder Betriebe schließen sich 1872 zur AG zusammen. Genau das schreibt auch Petri: „…gründeten am 1. Oktober 1872 G. Mie, Ludwig Heidborn und Fritz Wegener eine Aktiengesellschaft, die ‚Vereinigte Stralsunder Spielkartenfabriken A.G.‘“ (ASS nach 1945, Schriftenreihe „Spielkarten“ Bd. 15, 2004, S. 4). Dieselbe Tafel ist in Braun Bd. 15 auf S. 12 abgedruckt und trägt dieselben Zahlen: „1823 v. d. Osten Stralsund · 1850 Th. Wegener Stralsund · 1869 L. Heidborn Stralsund · 1872 Vereinigte Stralsunder Spielkartenfabriken AG Stralsund“.
- Was daraus folgt. Der Import hat die beiden seitlichen Kästen als Übernahmen durch v. d. Osten gelesen. Die Jahreszahl im Kasten ist auf dieser Tafel aber durchweg ein Anfangs-, nie ein Endjahr — bei den später aufgekauften Firmen steht das Übernahmejahr zusätzlich an der Verbindungslinie („1800 C. Pfeifer Berlin“ + „1873“ an der Linie), bei Heidborn und Wegener steht keine solche Zahl. Segeth widerspricht Petri damit nicht; er ist nur gröber, weil er die Inhaber der Stammlinie zwischen 1845 und 1872 (Ludwig von der Osten → Carl Ludwig von Zansen → G. Mie) gar nicht einzeln nennt. Die sechs `strittig`-Marker aus Los J2 sind deshalb am 16.08.2026 zurückgenommen worden.
- Bereinigt am 16.08.2026 (Los I2b, Martin-Freigabe „In einem Zug entfernen“). Aus derselben Fehllesung standen noch vier Kanten und zwei Stationen im Bestand: „Ludwig von der Osten Vorgänger → Theodor Wegener (1850)“ und „→ Ludwig Heidborn (1869)“ samt ihren Gegenrichtungen sowie „Theodor Wegener tätig in Stralsund (bis 1850)“ und „Ludwig Heidborn tätig in Stralsund (bis 1869)“. Alle sechs beriefen sich auf Segeth, und die Tafel gibt das nicht her — die Station „bis 1850“ widersprach sogar Petri unmittelbar, der Wegener die Fabrik erst 1855 übernehmen lässt. Sie sind entfernt.
- Und die Marker dazu. Mit der Kante „Heidborn Nachfolger → v. d. Osten (1869)“ fiel der `strittig`-Marker, den sie trug. Die beiden verbliebenen Marker an „Heidborn Gründer von → VSSF (1872)“ und an der Gegenrichtung waren danach gegenstandslos — ein `strittig` ohne Gegenüber ist der Anti-Fall aus Kochbuch-Rezept 21 — und sind ebenfalls entfernt. Die Gründungszeile der VSSF nennt jetzt G. Mie, Ludwig Heidborn und Fritz Wegener gleichrangig, wie Petri sie nennt; vorher trug allein Heidborn einen Widerspruchs-Marker.
- Was jetzt steht — die feine, belegte Kette nach Petri S. 4: Johann Caspar Kern → 1793 → Georg Friedrich Schlüter → 1823 → Ernst Joachim von der Osten → 1845 → Ludwig von der Osten → 1859 → Carl Ludwig von Zansen → G. Mie; daneben die zweite Stralsunder Linie Gustav Friedrich Diekelmann → 1850 → Eugen Diekelmann → 1855 → Theodor Wegener → Fritz Wegener; und als dritte Ludwig Heidborn ab 1846. Am 1. Oktober 1872 schließen sich die drei zur AG zusammen. Ein Nachtrag war dafür nötig: Theodor Wegeners einzige Station war die gelöschte; er trägt jetzt „Stralsund (ab 1855)“ mit Beleg Petri S. 4 („Teilhaber dieser Firma war Theodor Wegener, der die Fabrik 1855 ganz übernahm“) — ohne sie wäre er als einziger Stralsunder ohne Ort zurückgeblieben.
Redaktionsnotiz (Los G4, 2026-08-11): der Wirkungsbeginn ist 1845, nicht 1823
Zwei Quellen widersprachen sich, und der Widerspruch ist auflösbar (Kochbuch Rezept 21, linker Ast): Segeth (Spielkarten, 1986) lässt Ludwig von der Osten die Stralsunder Fabrik 1823 von Georg Friedrich Schlüter übernehmen. Petri (ASS nach 1945, Spielkarten Bd. 15, 2004, S. 4) datiert urkundlich: „Am 8. August 1845 wurde Ludwig von der Osten der neue Eigentümer des Betriebes." Zwischen 1823 und 1845 führte Q10027 Ernst Joachim von der Osten die Fabrik — Schlüters Schwiegersohn.
Deshalb wurde der Wirkungsbeginn auf 1845 gezogen und die Kante `Vorgänger → Schlüter` entfernt; sie läuft jetzt belegt über Ernst Joachim (Schlüter → Ernst Joachim 1823 → Ludwig 1845). Segeth bleibt als Beleg am Wirkungs-Statement, weil er dessen Ende trägt (1872, Aufgehen in die VSSF); für das Anfangsjahr steht Petri daneben.
Der Split selbst war schon vollzogen: Los F2-3 hatte Ernst Joachim 2026-08-10 als eigenes Item angelegt, ohne die falsche Bestandskante anzufassen.
Spiele
| Name | Abbildung | Blatt | Typ/Muster | Erscheinung | Stempel |
|---|---|---|---|---|---|
| Deutsche Karte (L. v. d. Osten, Stralsund, um 1850, I) (Q15239) | deutsches Blatt | 1850 | |||
| Deutsche Karte (L. v. d. Osten, Stralsund, um 1850, II) (Q15240) | deutsches Blatt | 1850 | |||
| Standardkarten (L. v. d. Osten, Stralsund, um 1860) (Q15075) | französisches Blatt | 1860 | |||
| Standardkarten (L. v. d. Osten, Stralsund, um 1865) (Q15076) | französisches Blatt | 1865 |
Stammbaum
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