Fränkisches Bild (G. M. Neumann, Würzburg, 1860), fränkische Kolorierung (Q9073)

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Hersteller
Bildaufteilung
Einfachbild
Kartenzahl
36
Maße
95 × 54 mm
stammt aus
Erscheinungszeit
1860
Sammlung
Rechte-Status
Werk gemeinfrei
Karten

Notizen

  • Unterscheidet sich vom gleichjährigen Spiel nur durch die Kolorierung (fränkisch statt bayerisch).
  • Fotografiert sind 35 der 36 Positionen; der Herz-Unter fehlt in der Aufnahme.
  • Das Exemplar im British Museum ist kein reines Exemplar dieses Spiels: Dort sind Karten dieses Spiels mit Karten von „Fränkisches Bild (G. M. Neumann, Würzburg, 1846)“ (Q9067) zu einem Spiel zusammengefügt und unter der gemeinsamen Registriernummer 1896,0501.415 inventarisiert. Beide Spiele tragen deshalb dieselbe Nummer.
  • Zuschreibung — Oestrich oder Neumann? Kranich/Leifer führen dieses Spiel unter Kat.-Nr. EB 21 als „Adolph Oestrich(?), Aschaffenburg“. Die Zuschreibung geht auf E.-H. Balan zurück und stützt sich auf das kleine „O“ im Anker des Herz-Königs; hinzu kommt das Argument, dass hier erstmals der fränkische Sautreiber auf dem Schellen-Daus erscheint — warum hätte Neumann dafür seinen bewährten Figurensatz verlassen sollen? Einwand von Marc Flöter: Dass auch Oestrich ein fränkisches Bild hergestellt haben könnte, ist unbestritten — die Bildfolge selbst trägt die Zuschreibung aber nicht. Auf dem Herz-König von „Fränkisches Bild (G. M. Neumann, Würzburg, 1844)“ (Q9066) sind die Initialen „GMN“ sehr gut erkennbar, und dort zeigt der Schellen-Daus noch die Sau mit Hund, nicht den Sautreiber. Beim Spiel von 1846 (Q9067), das den Sautreiber bereits führt, sind die Initialen ebenfalls vorhanden — schlecht gedruckt, aber eindeutig als Reste von „GMN“ zu erkennen. Der Sautreiber ist damit schon vor 1860 an einem Spiel mit Neumanns Initialen belegt. Kranich konnte das zum Zeitpunkt des Katalogs nicht sehen: Von 1846 lag ihm kein vollständiges Exemplar vor (auch der Schellen-Daus fehlte), und das Spiel von 1863 (Q9074), das denselben Befund zeigt, hatte er ebenfalls nicht. Den Sautreiber kannte er nur von 1860 — und dort ist von den Initialen nur ein Kreis übrig geblieben, den Marc Flöter gar nicht als Buchstaben deuten würde; genau dieses Zeichen ist das „O“, auf das Balan die Oestrich-Zuschreibung stützt. Theoretisch kann dieses Spiel also von Oestrich stammen. Näher liegt, dass Neumann schlicht zwei Modelle führte; dass ein anderer Kartenmacher Neumanns Initialen übernommen und dabei ein einzelnes Motiv geändert hätte, ist unwahrscheinlich.



Steuerstempel

Zur Zeit dieses Spiels (1860) gehörte Würzburg zum Hoheitsgebiet Königreich Bayern. Im Fenster 1850 bis 1870 galt dort:

Steuersystem Hoheitsträger gültig von bis
Bayerischer Kartenstempel 1849–1854 (Kurrentschrift, schwarz) Königreich Bayern 1849 1854
Bayerischer Kartenstempel 1854–1874 (Kurrentschrift, blau) Königreich Bayern 1854 1874
29 Stempel aus den Jahren 1850 bis 1870 ansehen