Johann Schneck (Q1180)
Redaktionsnotiz (Los F2-E, 2026-08-12): „Meister H S" ist nicht Johann Schneck
Die neuere Literatur setzt die Signatur H. S. auf einem 1664 datierten Prager Druckbogen (Národní knihovna, inv. č. Sz 49) mit dem Namen Hans Schneck gleich — die Verpackung unter derselben Inventarnummer traegt „Hans : SCHNECK, PVRGER:VNT.KARTEN.MACHER.TER.ALT.STAT.PRAG".
Wolfgang Altfahrt widerlegt das mit dem Taufbuch (Wer war Meister H S ?, TALON 34/2025, S. 321–322): „Johann Schneck wurde am 6. Juni 1647 geboren" (Matrik Deggendorf 002, Taufen 1626-1650). „Das bedeutet, dass er 1664 17 Jahre alt war. … er war daher 1664 noch kein Geselle. … die mit 1664 datierten Spiele können nicht von Johann Schneck stammen!"
Wer hinter H. S. steckt, ist damit offen. Ein eigenes Item „Meister H S" ist bewusst nicht angelegt worden: der Monogrammist hat keinen belegten Wirkungsort, und ein Akteur ohne `tätig in` ist im Pre-Generator ein blockierender Befund (V5a, Martin-Regel 2026-07-06). Die Fundorte — Druckbogen und Verpackung als Makulatur in einem Bucheinband — sind kein Taetigkeitsbeleg.
Was dieses Los ergaenzt hat: Herkunft Deggendorf (ein dortiger „Weglassbrief" bescheinigte die legale Abreise und war Grundlage fuer das Prager Buergerrecht, AMP, Handschriftensammlung PGL II - 1501), der Alias „Hans Schneck" und die zweite Ehe mit Maria Frantz (1681). Ein Deggendorf-Wirkungsort wurde nicht geschrieben — Altfahrt selbst setzt ein Fragezeichen: „Er hat zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich in der Werkstatt eines (Deggendorfer?) Kartenmachers seine Ausbildung erhalten." Ein Geburtsort ist kein Wirkungsort.
Spiele
Keine Spiele.