Tiroler Bild (Q12387)

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Tiroler Bild
Auch bekannt alsTirolerbild
gehört zur FamilieFamilie der Bayerischen Kartenbilder
Farbsystemdeutsches Blatt
Entstehungszeit1790-1900 (unscharf)
EntstehungsraumInnsbruck
✎ Daten bearbeiten (Q12387)

Oberbegriff der ab etwa 1790 in Alt-Tirol gebräuchlichen Standardbilder mit deutschen Farbzeichen; kenntlich am Eichel-Ober mit Sichel und Weinkrug und am Eichel-Unter mit der Blume. Umfasst das Ältere und das Jüngere Tiroler Bild.

Woran erkennt man es?

  • Sammelname für zwei Formen, kein eigenes Muster: Die vollständigen Merkmale stehen beim Älteren und beim Jüngeren Tiroler Bild.
  • Gemeinsam bleiben der unbewaffnete Eichel-Ober mit Sichel und Weinkrug und der Eichel-Unter mit der Blume — Blaas nennt sie die Hauptmerkmale des Tiroler Bildes.

Nach Blaas: Welli & Co. — Spielkarten aus Alt-Tirol (Talon-Sonderheft 7a, 1998) (Q3304), S. 16, in eigener Zusammenfassung. Diese Quelle unterscheidet nicht zwischen Primär- und Sekundärmerkmalen; die Aufstellung bleibt deshalb ungegliedert.

Geschichte und Abgrenzung

Der unbewaffnete Eichel-Ober mit der Sichel und der Eichel-Unter mit der Blume stehen mitten in einem sonst kriegerischen Umfeld von Landsknechten. Blaas nennt das eine ungewöhnliche Mischung und sieht darin eine bewusste Setzung: Ein Kartenmacher baute zwei bäuerlich-bürgerliche Figuren in das damals vertraute Altbayerische Bild ein, als Erkennungszeichen seiner eigenen Produktion.

Als diesen Kartenmacher benennt Blaas mit großer Sicherheit Johann Albrecht. Er stammte aus Ried im damals noch bayerischen Innviertel, arbeitete ab 1778 in München und bewarb sich 1787 in Innsbruck um die Befugnis zur Spielkartenmalerei. Das früheste bekannte Spiel mit Tiroler Bild stammt von ihm und wird auf etwa 1790 datiert. Das Motiv selbst brachte er offenbar aus seiner Heimat mit: Von Johann Georg Pichler in Linz ist ein Spiel von etwa 1770 mit genau diesen beiden Figuren bekannt, dort allerdings in bürgerlichem Umfeld.

Das Bild verbreitete sich über ganz Alt-Tirol und hielt sich gut hundert Jahre. Belegt ist es ab etwa 1790 in Innsbruck, ab 1816 in Landeck, ab 1832 in Bozen und ab 1838 in Trient; erhaltene Einzelkarten deuten auch auf Rovereto. Bis auf eine Ausnahme wurde es nur als Einfachbild hergestellt.

Abgrenzung. Nicht zu verwechseln mit dem Bayerischen Bild in Tirol: Das ist ein bayerisches Standardbild, das ab etwa 1860 in Innsbruck hergestellt wurde und dem Tiroler Bild Konkurrenz machte. Ab 1878 traten die Andreas-Hofer-Karten hinzu. Das letzte bekannte Spiel mit Tiroler Bild stammt von etwa 1895; spätestens mit dem Ersten Weltkrieg hatten das Salzburger Einfachbild und das doppeldeutsche Tell-Bild seine Nachfolge angetreten.

Zum Bestand nennt Blaas 1998 einundfünfzig verschiedene Spiele von fünfzehn Herstellern, davon einunddreißig mit Älterem Tiroler Bild. Das ist zugleich die Rechnung, an der sich unsere Familien-Zählung messen lassen muss: Der Oberbegriff muss mehr liefern als jedes seiner beiden Kinder.

Nach Blaas: Welli & Co. — Spielkarten aus Alt-Tirol (Talon-Sonderheft 7a, 1998) (Q3304), S. 16, in eigener Zusammenfassung.


Konkordanz

Wo dieses Kartenbild in der Literatur zu finden ist und unter welcher Nummer es dort geführt wird — aus der IPCS-Blattnummer, aus „ist beschrieben in“ (P78) und aus den Belegen der Angaben oben. Die Liste ist keine Bibliografie: sie zeigt nur Werke, aus denen bei uns bereits etwas übernommen ist.

Werk dort geführt als / Fundstelle
Hausler: Trommler und Pfeifer (2010) (Q1301) S. 132
Katalog zur Ausstellung „WELLI & Co, Spielkarten aus Alt-Tirol 1750-1900“ (Talon 7a/1998) (Q3304) S. 16

Spiele mit diesem Kartenbild

Keine Spiele mit diesem Muster.

Typen dieses Kartenbildes

Kartenbilder, die als Typ dieses Kartenbildes eingeordnet sind (live über „ist Typ von“). Ihre Spiele stehen unten mit.

Spiele mit einem seiner Typen

Spiele, deren Kartenbild ein Typ dieses Kartenbildes ist — nicht dieses Kartenbild selbst. Beide Listen zusammen sind alle Spiele dieses Kartenbildes, seine Typen eingeschlossen.

Name Abbildung Blatt Typ/Muster Erscheinung Stempel
Älteres Tiroler Bild (Karl Albrecht, Bozen, 1860) (Q3751) deutsches Blatt Älteres Tiroler Bild 1860