Hans Forster (Q4061)
- Das Testament von Hans Forster (auch von Christof Forster) (Talon 4/1995)
- Verwandtschaft II: Die Familie Forster (Talon 7/1998)
- Die Spielkarten des 16. und 17. Jahrhunderts in der Stiftssammlung St. Florian (Talon 10/2001)
- Neuerscheinung: “Herz-Schelle-Laub-Eichel” (Talon 13/2004)
- Die Spielkarten im Iparmüvészeti Múzeum (Kunstgewerbemuseum) Budapest, Register (Talon 15/2006)
- Spielkarten aus dem späten 15. Jahrhundert, gefunden in Sankt Walburg im Ultental, Südtirol (Talon 18/2009)
- Ein Schaf spielt Dudelsack. Seltene Spielkartenbögen aus dem 15. Jahrhundert (Talon 21/22/2013)
- Zum Spielkartenfund im Rechnungsbuch des Bürgerspitals Freistadt 1559-1562 (Talon 31/2022)
Redaktionsnotiz (Los F2-F, 2026-08-12): Erst Trabant, dann Kartenmaler
Zwei Wiener Stationen, und beide sind mit `strittig` gekennzeichnet. Das ist Absicht und folgt `Datenmodell-Kochbuch.md` Rezept 21 („der Marker gehört an jedes beteiligte Statement").
- Die Bestands-Station 1560–1574 stammt aus Detlef Hoffmanns Bogen-Datierungen
(Altdeutsche Spielkarten 1500–1650, 1993).
- Die neue Station 1565–1584 stammt aus Altfahrts Archivarbeit im Wiener Stadt- und
Landesarchiv. Sie ist mit `frühestens 1563 / spätestens 1584` geklammert.
Der Widerspruch betrifft den Anfang. Wolfgang Altfahrt, Das Testament von Hans Forster (auch von Christof Forster), TALON 4 (1995), S. 27: „Aus dem Bürgereidbuch geht hervor, daß Hans Forster am 8. November 1563 den Bürgereid abgeleistet hat. Zu diesem Zeitpunkt war er nicht Kartenmaler, sondern kaiserlicher Trabant." Und S. 38: „Er erwirbt … das Bürgerrecht und wird danach Kartenmaler (die frühesten erhaltenen, datierten Bögen stammen aus 1565)." Eine Kartenmacher-Tätigkeit ab 1560 lässt sich damit nicht vereinbaren — auflösen lässt sich der Streit mit den vorliegenden Quellen aber auch nicht, weil unklar bleibt, worauf Hoffmanns 1560 beruht.
Das Ende ist dagegen kein Widerspruch, sondern eine Erweiterung. 1584 steht Forster in der „Rechnung der Steuerhandler" unter „unbehauste remanenz": „Hanns Forster, kartenmaler, 13 fl" (ebd. S. 27). Altfahrt hat die Steuern von 200 hausbesitzlosen Bürgern ausgezählt — 98 % zahlten weniger als 13 fl. Hoffmanns 1574 ist der letzte datierte Bogen, kein Ende der Werkstatt.
Ein falsches Sterbedatum, das seit Thieme-Becker durch die Literatur läuft. Das Künstlerlexikon nennt den 6.9.1584. Altfahrt hat das Begräbnisprotokoll von St. Stephan gelesen und über die Wiener Kalenderumstellung vom Jänner 1584 zurückgerechnet: das Begräbnis war am Mittwoch, dem 8. August 1584. „Der Todestag im Lexikoneintrag (6.9.1584) ist aber jedenfalls falsch! An diesem Datum fand … die gerichtliche Testamentseröffnung statt!" (ebd. S. 28).
Kein Nachfolger, und das ist belegt offen. Altfahrt schließt seinen Aufsatz mit der Frage „Was wurde aus der Kartenmacherwerkstatt des Hans Forster nach seinem Tod?" (S. 38) — sie bleibt unbeantwortet. Deshalb trägt dieses Item keine Nachfolge-Kante. Seine Frau Ursula war Universalerbin („in Erwägung, daß wir solches alles in währender Ehe miteinander erobert und gewonnen und wir keinen Leiberben nit haben"), heiratete am 8. Mai 1588 den Apothekergesellen Hans Häckerle aus Stuttgart und starb 1589 — eine Fortführung der Werkstatt ist nicht belegt, deshalb greift die Witwen-Konvention A9 hier nicht und Ursula bekommt kein Item.
Spiele
| Name | Abbildung | Blatt | Typ/Muster | Erscheinung | Stempel |
|---|---|---|---|---|---|
| Standardkarten (Hans Forster, Wien, Druckbogen um 1570) (Q13807) | deutsches Blatt | 1570 |